Jeder kennt sie und hat sie schon einmal erlebt, ob direkt oder indirekt. Die Prüfungsangst. Wenn jemand schweißnasse Hände bekommt oder anfängt mit den Füßen zu tippeln. Der Blick auf die Uhr und im gleichen Moment rast einem der Gedanke durch den Kopf, man schafft das eh nicht mehr.
Diese Art von Prüfungsangest kennt jeder, doch sie kann auch als Krankheitsbild auftreten. So gilt Prüfungsangst in den USA als anerkannte Krankheit, ähnlich wie Lese‐Rechtschreibschwäche in Deutschland. Allerdings müssen Anträge gestellt werden, um etwa besondere Prüfungsabläufe zu erhalten. Bis zu einem gewissen Grad kann sich die „Angst“ vor Prüfungen positiv auf die Leistungen auswirken, einen „pushen“. Die Angst vor Prüfungen tritt meist Ende der Grundschule/Anfang der weiterführenden Klasse auf, manchmal in Zusammenhang mit einem geminderten Selbstwertgefühl.
Vor allem Menschen, die ohnehin schon Probleme mit der Schule haben, sind von der Prüfungsangst betroffen. Empfohlen wird, sich schon im Vorfeld mit der Situation auseinanderzusetzen, das heißt z.B. zu Hause eine Zahl an Aufgaben in der entsprechenden Zeit zu bearbeiten. Auch die eigene Psyche ist wichtig, man darf sich also nicht einreden, man schaffe das nicht oder man macht bestimmt die gleichen Fehler wie immer, sondern muss an den Erfolg denken, den man erreichen kann, wenn man diese Prüfung schafft. Die eigentliche Angst ist dabei, seinen eigenen Erwartungen nicht gerecht zu werden und die Angst vor den Konsequenzen.
Auch unter Studenten ist die Angst vor Prüfungen verbreitet. Bei ihnen ist der Druck teils so hoch, dass sie aufputschende Mittel nehmen, um länger lernen zu können. Dort kann man zwar Prüfungen wiederholen, darf sich teils aber nur eine gewisse Anzahl an Durchfällen erlauben, ansonsten wird man exmatrikuliert, das heißt man wird vom Studium ausgeschlossen.

„Angst“ von Noemie lizensiert unter (CC BY‐NC‐ND 2.0)