Sophie von der Ohe 9G1

Hinter dem Tod steckt vermutlich die größte Ungewissheit, die wir Menschen haben. Denn niemand weiß, was nach dem Tod kommt, und niemand wird es wohl je zu Lebzeiten herausfinden. Jede Religion und Kultur vermittelt eine andere Vorstellung davon, was die Menschen nach dem Tod erwartet. Der Totenkult ist ein wichtiger Bestandteil in jeder Kultur und es gibt die verschiedensten Traditionen und Bräuche, um die Toten zu ehren. Viele haben aber auch ihre ganz eigene und persönliche Vorstellung. Denn es gibt ihnen Hoffnung, eine Idee zu haben, was mit nahestehenden Menschen oder auch mit einem selber nach dem Tod passiert, um sich schneller mit diesem Gedanken abzufinden.

Fest steht auf jedenfalls: Jeder muss irgendwann mal sterben. Einige früher, andere später. Die meisten verspüren allerdings ein ganz bestimmtes Gefühl, wenn sie an den Tod denken: Angst. Ursprünglich stammt sie bloß aus dem ganz natürlichen Überlebensinstinkt, den wir Menschen seit Geburt an besitzen. Zum Glück müssen wir heutzutage nicht mehr ständig ums Überleben kämpfen wie noch beispielsweise in der Steinzeit. Von daher ist diese Art von Todesangst auch nicht mehr so stark bei uns ausgeprägt.

Und obwohl so viele Menschen fest daran glauben, dass sie nach dem Tod — auf welche Art und Weise auch immer — irgendwie weiter existieren und glücklich und erlöst sind, macht ihnen der Gedanke an den Tod trotzdem Angst. Dabei handelt es sich aber eher um die Umstände des Sterbens. Denn man weiß vorher nie: Wann werde ich sterben? Werde ich noch jung sein oder ein langes, erfülltes Leben gehabt haben? Wie werde ich sterben? Werde ich Schmerzen haben? Wird mein Tod plötzlich kommen oder die Erlösung nach langer und schwerer Krankheit sein? Und werde ich die Chance haben, mich noch einmal von meinen Lieben zu verabschieden, oder werde ich einsam und alleine sterben? Das alles sind Fragen, die einen verunsichern und Angst machen.

Zwar hat noch kein Mensch — abgesehen von Jesus Christus — den Tod „überlebt“ und ist wieder zu den Lebenden zurückgekehrt. Allerdings haben einige Menschen schon sogenannte Nahtoderfahrungen gemacht, indem sie nach dem Herzstillstand noch einmal reanimiert worden sind. Sie berichteten davon, dass sie während des Sterbeprozesses übernatürliche Dinge gesehen und gehört, die der Vorstellung, die wir Christen vom Himmel haben, ziemlich nahe kommen. Andere erzählen aber auch, dass bestimmte Momente aus ihrem Leben noch einmal an ihnen vorbeigezogen sind.

Für die meisten Menschen, die sich mit dem Tod auseinander setzen bzw. müssen, ist die Religion ein großer Halt. Wir im Christentum glauben, dass unsere Seele in den Himmel aufsteigt und wir bei Gott unser ewiges Leben verbringen. Ich persönlich finde diese Vorstellung sehr schön, denn es ist zwar unklar was unsere Seelen im Himmel genau erwartet, aber feststeht, dass es ihnen dort gut geht und sie andere Verstorbene wiedersehen. Besonders bei schwerkranken Menschen, die also über einen längeren Zeitraum hinweg dauerhaft mit den Themen Schmerz und Tod zu tun haben, kann man oft beobachten, dass Gläubige es schaffen, besser mit ihrem Schicksal umzugehen als Atheisten und sogar positive Erfahrungen aus dieser Situation ziehen können. Und das ist meiner Meinung nach auch das Entscheidende.

Denn selbst wenn der Tod tatsächlich unser endgültiges Ende sein sollte, hat allein der bloße Glaube an ein Weiterleben im Himmel immerhin unser Leben auf der Erde entscheidend verschönert.

„Jesus“ von Thomas Berg lizensiert unter (CC BY‐SA 2.0)