Einfach Rassestandard oder kranker Schönheitswahn der Menschen?

Das Kupieren von Hunden,ohne Zweifel ein grausamer Akt, dennoch gibt es viele Beführworter. Es beinhaltet das Zurechtschneiden der Ohren und das Amputieren des Schwanzes im frühen Welpenalter. Beim Kupieren der Ohren werden diese in Metallklemmen eingeklemmt und was übersteht abgeschnitten. Dies findet im Alter von einigen Wochen unter Vollnarkose statt. Danach werden die Ohren für einige Wochen bis Monate fixiert, damit sie sich aufstellen. Der Schwanz wird den Welpen schon 1 – 2 Tage nach der Geburt operativ und ohne Narkose abgetrennt.

Dennoch gibt es Fans der angeblichen Schönheits-OP für bestimmte Rassen. Einige sind der Meinung, dass Rassen wie der Dobermann oder der Pitbull einfach so aussehen müssen,weil es nunmal den „Rassestandards“ entspräche und es schon immer so war. Andere behaupten, es würde kurzhaarige Rassen vor Verletzungen durch geringe Polsterung der Rute schützen oder es biete Jagdhunden eine bessere Wendigkeit im dichten Wald. Letzteres ist in Deutschland sogar noch erlaubt, solange Tierärzte den Eingriff vornehmen. Dabei legen die Besitzer wohl keinen Wert auf das Wohlergehen ihres Tieres, denn durch diese Eingriffe leidet die Verständigung der Hunde untereinnander und Kurven und Sprünge werden zur Herausforderung. Der Eingriff und die Heilung der Wunden an sich geht an dem Hund natürlich auch nicht schmerzfrei vorbei.

Das rein aus Schönheitszwecken Verstümmeln der Hunde ist in Deutschland seit 1987 (Ohren) und 1998 (Schwanz) verboten und Solche sind seit 2002 auch nicht mehr auf Ausstellungen zugelassen. Egal ob der Hund aus Deutschland oder aus dem Ausland importiert ist. Trotzdem hindert dies manche Züchter nicht daran, ihre Hunde zu kupieren.

Früher hatte das Kupieren den Sinn, den Leuten oder Hunden die von Wachhunden angefallen wurden so wenig Angiffsfläche wie möglich zu bieten, doch schon seit langem ist das Kupieren nur ein kranker Schönheitstrend der Fans von einigen sogenannten „Kampfhunde“ Rassen. Dazu sei gesagt, dass kein Hund ein Kampfhund ist, sondern nur zu einem erzogen werden kann.

Die Rasse bei der das Kupieren schon regelrecht einfach dazu gehört, ist der Dobermann. Die klassischen „bösen“ Hunde aus Filmen. Meist im Zwillings-Doppelpack mit spitzen Ohren, kurzem Schwanz und gefletschten Zähnen. Niemand würde bei einem so bösen Auftreten vermuten, dass diese Rasse eigentlich Schlappohren und selbstverständlich eine Rute hat.

Egal ob kupiert oder unkupiert – meiner Meinung nach sind diese Hunde immer schön. Dennoch ist das Kupieren für mich eine Quälerei und kein Hund hat so etwas und den schlechten Ruf eines Kampfhundes verdient!

 

„Focusing…“ von Maurizio lizensiert unter (CC BY-NC-ND 2.0)