Marie Sophie Nuhn 9G1

„Papa? Ich möchte nicht erwachsen werden!“

Diesen Satz habe ich erst gestern zu meinem Vater gesagt, als wir auf unsere Pizzen gewartet hatten. Er schaute mich nur an. Dann atmete er einmal tief durch.

„Erwachsen sein ist wirklich nicht ganz einfach“, sagte er schließlich. „Nach der Schule musst du studieren oder eine Ausbildung machen, aber nebenbei noch genug Geld verdienen, um dir eine Bleibe leisten zu können. Aber auch im späterem Leben wird es nicht leichter, mein Schatz.“ Ich wusste sofort, worauf er hinaus wollte. Ein Freund von ihm ist momentan in Therapie.

Diagnose: Burn-out!

Übersetzt heißt „Burn-out“ soviel wie „ausgebrannt sein“. Am häufigsten ist die Krankheit bei Menschen zwischen 30 und 50 Jahren vertreten. Sie stehen mitten im Leben und müssen Berufs- und Privatleben unter einen Hut bekommen. Stress! Der häufigste Auslöser des Burn-out-syndroms. Doch damit ist nicht nur der Stress am Arbeitsplatz gemeint, sondern auch familiäre Sorgen, Probleme in der Partnerschaft und sogar Mobbing. Diese Art von Belastung ist zwar merklich, wird jedoch häufig als normal eingestuft. Die Krankheit ist nicht sofort zu erkennen, doch langsam schleichen sich anfängliche Symptome ein.

  • Stimmungsschwankungen
  • chronische Müdigkeit
  • schnelle Reizbarkeit
  • Neigung zu Aggression
  • Ungeduld
  • Ärger über sich selbst
  • ein Gefühl von Fremdbestimmung

Verständlich ignorieren wir alle die ersten Symptome. Gestresst sind wir alle, und wer kann es sich denn heutzutage noch leisten, einfach mal so aus seinem Alltag auszusteigen? Anerkennung des sozialen Umfelds spornen Betroffene noch mehr an. Niemand gesteht sich Schwächen ein. Motiviert treten wir weitere Aufgaben an. Wir schalten keinen Gang runter.

Resultat? Chronische Erschöpfung!

Jeder Mensch ist ein Individuum, das heißt aber auch, dass Menschen verschieden auf Belastungen reagieren. Jedoch habe ich hier vier Stadien herausgesucht, die eine gute Orientierung geben. Doch auch hier reagiert jeder Mensch anders. Manche Betroffene durchleben nur manche Phasen, andere stecken Jahre lang in einer fest und wiederum andere schaffen es den Kreislauf zu durchbrechen.

  1. Phase: Unzufriedenheit und erste Anzeichen einer Erschöpfung
  2. Phase: sinkende Einsatzbereitschaft, fehlende Motivation, Selbstzweifel und Frustration
  3. Phase: zunehmende Gleichgültigkeit, was das menschliche Umfeld und den Job angeht
  4. Phase: Isolation, Depression, Verzweiflung und Handlungsunfähigkeit

Eine Therapie setzt sich aus vielen verschiedenen Bausteinen zusammen. Doch nicht nur der Terapeut, sondern auch sich selber kann man durch kleine aber feine Abwandlungen im Alltag ein wenig helfen. Probier dich neu aus. Versuche eine neue Sportart, um dich von negativen Gedanken abzulenken. Doch auch für die, die gerne mal auf der faulen Haut liegen gibt es Möglichkeiten seinen Körper wieder Schritt für Schritt zu aktivieren. Gesunde, abwechslungsreiche Ernährung und viel Wasser trinken, bringt den Kreislauf wieder in Schwung und füllt die Energiereseven frisch auf. Außerdem sollte man den Konsum von Alkohol auf das Minimum reduzieren — am besten man verzichtet komplett darauf.

Ich persönlich wünsche keinem Menschen dieser Welt eine Krankheit, wie das Burn-out-Syndrom. Es kommt mir so vor, als hinge sie wie ein Schatten, ein ständiger Begleiter, an einem und sie macht keine Anstalten sich fortzubewegen. Ich glaube, diese Erkenntnis macht einen dann noch kränker als man eh schon ist.

„anger“ von madstreetz lizensiert unter (CC BY-ND 2.0)