Ich denke, dass nahezu jeder dieses typische Bild eines Junkies im Kopf hat, doch wie schnell aus Genuss eine Sucht, eine Krankheit, werden kann, vergessen viele.

Eine Sache vorneweg: Jeder kann abhängig werden,und zwar nicht nur allein von Drogen. Jedenfalls können bestimmte Bedingungen Drogenkonsum und Abhängigkeit begünstigen. Zum Beispiel kann ein Mensch dazu veranlagt sein, schneller abhängig zu werden als Andere. Allerdings verführen auch Stress und/oder Probleme in Job und Familie zum gelegentlichen Rausch, der sich unbemerkt aufbaut und das Leben einens benebelten Menschen zerstören kann.

Hinein zu geraten ist also leider, wie so oft, gar nicht so schwer. Aber wie bemerkt man Sucht als solche, und wie kommt man überhaupt wieder heraus?

Einige Anzeichen sind der stetige Drang dazu, das jeweilige Suchtmittel zu konsumieren, dadurch folgen der Drang, die Droge immer in Reichweite zu haben. Um dies zu können müssen Mittel und Wege her das Suchtmittel zu beschaffen, was nicht selten durch Diebstahl bewerkstelligt wird. Dies sind nur einige wenige typische Symphtome und bestätigen nicht die Regel, jedoch wird klar in welch einem Teufelskreis ein Suchtkranker sich befinden muss. Hilflos, ein innerer Trieb, das Gefühl ohne die Droge keinen einzigen Tag mehr bewältigen zu können, während das eigentliche Leben aus den zittrigen Händen gleitet…Und irgendwann gibt es keinen Weg mehr zu entkommen.

Folgen und Nebenwirkungen von Drogen sind meist bekannt. Veränderung der physischen Gesundheit beim Konsum von Crack, Kokain oder Zigaretten kennt man, wenn auch nur von Abschreckungsbildern im Unterricht, doch in diesem Artikel geht es um das psychische Loch, das Abhängigkeit und Drogen herbeiführen können. So kann beispielsweise „Die Droge der Reichen“, das Kokain, zu Angstzuständen und tiefen Depressionen führen. Nicht mehr ganz so luxeriös, was? Drogen führen außerdem zu Persönlichkeitsveränderungen, können aggressiv machen, sobald die Sucht nicht befriedigt wird. Betroffene reagieren gereizt und das vermutlich während ihre Bekannten die Verwandlung in ein Monster mit ansehen müssen. Ich denke, dass einige rechtzeitig reagieren und helfen könnten, doch leider ist die Offensichtlichkeit dieser Krankheit nicht immer gewährleistet.

Um einmal den Spieß umzudrehen, betrachten wir doch die Zahlen der Nikotinabhängigen in Deutschland: Insgesamt liegt Deutschland mit 16,3 Millionen Rauchern unter den Top-Ten der Welt. (2017)

Zigaretten sind neben dem Alkohol wohl die meist akzeptierte Droge in unserem Land. Warum sieht niemand wirklich eine ernsthafte Sucht dahinter, sondern nur Normalität wenn Papa beim Grillen die Marlboro-Schachtel aus der Hosentasche kramt?

Natürlich sind die Auswirkungen von verschiedenen Drogen auch unterschiedlich stark, aber das Gefühl von Abhängigkeit kann, denke ich, nicht wirklich schön sein.

Ein Weg hinaus aus dem Gefängnis ist zum Beispiel eine Therapie, doch viele vertrauen nicht darauf, dass sich dadurch wirklich etwas verändern könnte. Meiner Meinung nach ist der Versuch schon einer der größten Schritte auf dem Weg, ohne Drogen zu Leben.

„Don’t drink and smoke“ von glowcake Berlin lizensiert unter (CC BY-NC 2.0)