Verfasser: Aaron Kraus, Max Meister, Niklas Wiegand, Nils‐Carsten Girth

In diesem Artikel möchten wir euch im Rahmen eines Politik & Wirtschaft Projekt erklären was mit euren alten Handys passiert.

In Deutschland werden Handys gerade einmal 2–3 Jahre genutzt, danach werden sie weggeworfen. Zusätzlich werden pro Jahr 24 Millionen neue Handys verkauft. So kommt es, dass 123,9 Millionen Geräte alleine in Deutschland in Schubladen ungebraucht herumliegen. Die Entsorgung von all diesen Geräten wird zunehmend zu einem Problem für die Umwelt und die Menschen. Und das einzige was wir dagegen tun können, ist es mehr Handys zu recyceln. Recycling ist nicht nur eine gute Variante um gegen die Smartphonemüllmassen anzukämpfen, sondern auch ein profitables Geschäft. Altgeräte kann man oft an den Hersteller oder unabhängige Recyclingkonzerne verkaufen.

In Deutschland werden 58% der Altgeräte verkauft, 26% werden zu Sammelstellen für Elektromüll gebracht, 13% gespendet und 11% zurück zum Händler gebracht. Werden sie zu Sammelstellen für Elektromüll, bzw. zu Recyclingfirmen gebracht werden noch brauchbare Handys oder einzelne Module aussortiert. Diese werden dann erst aufgearbeitet und dann wieder verkauft. Die nicht mehr gebrauchbaren Handys werden eingeschmolzen und wertvolle Ressourcen wie Gold, Silber, Palladium und Platin werden vom Elektroschrott getrennt und gelangen wieder in den Rohstoffmarkt. Giftige Bestandteile werden gesondert entsorgt. Pro Tonne Mobiltelefon fallen im Durchschnitt 120 Kg Kupfer, 1.250 g Silber, 300 g Gold, 40 g Palladium und weitere Metalle gewonnen.  Recycling muss aber nicht nur bedeuten, dass aus alten Handys Materialien verbrannt werden. Handys, bei denen man die Teile Modular austauschen kann, führen dazu, dass man, geht etwas kaputt, keine teuren Reparationskosten zahlen muss, sondern, dass man ohne große Hilfsmittel, Teile ganz einfach austauschen kann. Um die Umweltbelastung der Verschrottung von Elektromüll zu mindern, versuchen viele Firmen ihre Produkte zu Recyceln. Dabei lässt sich in drei Arten von Recycling unterscheiden.

  1. Thermische Bearbeitung: Mit diesem Verfahren werden Metallische Inhaltsstoffe geschmolzen und zu einem bis zu 1,5m langen Stab gepresst. Dadurch, dass die jeweiligen Metalle unterschiedliche Schmelzpunkte haben, z.B. Gold mit einem Schmelzpunkt von 1.064 Grad oder Kupfer mit 1.085 Grad, können sie sehr genau gefiltert werden. Nachdem die Stäbe gepresst wurden, werden sie mit chemisch mit Ta2O5 oder Nb2O5 behandelt, um das Metall wiederverwendbar zu machen.
  2. Chemische Aufarbeitung: Mit diesem Verfahren wird oxidisches Material oder Tantal‐Kondensatorschrotte nach Vorbereitung in Säuren und Laugen gelöst und chemisch von Unreinheiten getrennt. Mithilfe dieser Methode werden auch die Metalle von den Erzen getrennt.
  3. Mechanische Aufarbeitung: Mithilfe dieser Methode werden die in den  Sekundärrohstoffen enthaltenen Wertstoffe durch zerkleinern und Separierung von unerwünschten Bestandteilen getrennt. Die daraus gewonnenen Stoffe können direkt wieder in den Produktionsprozess eingespeist werden.

Es gibt viele verschiedene Methoden alte Handys zu Recyclen. Doch lohnt es sich überhaupt jeden Gramm herauszufiltern und ist es überhaupt möglich? Bei dem  Metall Palladium können gerade einmal 25%-30% des Metalls wirksam recycelt werden. Um eine höhere Quote zu erreichen ist ein teueres Verfahren nötig, welches sich Wirtschaftlich nicht lohnt, da die Metallaufkäufer billig einkaufen wollen. Durch das Recyling von Althandy können bis zu 17 Altmetalle aus den Produkten gewonnen werden und für neue verwendet werden.

Falls in euren Schubladen auch nicht mehr benutzte Altgeräte liegen, gibt es in Borken (Hessen) einen Recyclinghof, der von Handys über Küchengeräte bis hin zu Computern alles entgegennimmt und recyclen.

„recycling‐handy‐miniaturfiguren“ von wir_sind_klein lizensiert unter Pixabay