Bei der ganzen Aktion handelt es sich nur um Minuten: Ich fülle ein Online‐Formular aus, gebe Name, Anschrift und eine E‐Mail Adresse an und am Ende klicke ich auf einen Knopf, der bestätigt, dass ich meine Anfrage zur Ordination wirklich abschicken möchte. Und so wurde ich ganz offiziell zum Pfarrer der Universal Life Church Monastery.

 

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Ordinierungsurkunde der ULC Monastery

Die Lizenz zum Töten habe ich zwar noch nicht, dafür aber darf ich jetzt Ehen schließen, Beerdigungen vornehmen und Andere von ihren Sünden erlösen – zumindest in den USA. Da dürfte ich mich auch für umgerechnet nur 25,22 € mit dem Titel „Doktor der Theologie“ schmücken, und das legal. Der Erwerb und das Tragen von solchen gekauften Doktorentiteln im Rahmen der Kirche ist nämlich erlaubt. Hierzulande darf ich das nicht, denn 1978 verbot das Oberlandesgericht in Düsseldorf den Vertrieb der „Fantasietitel“ meiner Universal Life Church in Deutschland. Da bleibt es also wohl doch nur beim Pfarrer.

Der Auftrag kam nicht unbedingt von „ganz oben“ – es war weder Berufung noch sonst ein Ruf, der mich dazu verleitete, in den hochspirituellen Dienst zu treten. Es war zum größten Teil wahrscheinlich Neugier und das Versprechen, weder Zeit noch Geld investieren zu müssen. Und wer kann schon widerstehen wenn es heißt, „werden auch Sie innerhalb von nur fünf Minuten Teil der Universal Life Church und beantragen Sie noch jetzt ihre Ordination“. Meine Ordinationsbestätigung kam tatsächlich innerhalb dieser fünf Minuten und so begrüßte mich Bruder Martin innerhalb des (wortwörtlich) „prestigereichen Klerus“. Darüber lässt sich streiten, neben Paul McCartney, US‐Comedians Conan O’Brian und Kathy Griffin gehören zum Kollegium neben mir natürlich auch die beiden Legenden Hugh Hefner und Nicole Richie.

Herr Pfarrer, wie fühlt es sich als Geistlicher?

Nicht besonders anders, um ehrlich zu sein. Tatsächlich bestand meine Ordination aus nicht mehr als einem Klick – ich musste weder Bücher wälzen noch mich für ein Theologiestudium immatrikulieren. Wirklich verändert haben mich diese fünf Minuten der Anmeldung also nicht. Aber das ist auch gar nicht die Intention der ULC. Es gibt nur zwei Regeln, die ich befolgen muss: Religionsfreiheit fördern und die Gesetze eines Landes respektieren – dann steht einer lebenslangen Mitgliedschaft nichts im Wege. Mitglied werden kann jeder, es wird neben jeder Religion auch gar kein Glaube akzeptiert. Diese Offenheit ist ganz erfrischend, da macht Religion doch gleich viel mehr Spaß.